Ein Blick zurück

Vier Termine liegen hinter uns. Zum Abschluss haben wir an die Teilnehmer einen Feedback-Bogen ausgeteilt. Vielen Dank für die vielen Hinweise, die wir aufnehmen. In Schulnoten ausgedrückt wurden wir besser als 2,0 beurteilt. Lieben Dank dafür.

Wir hatten sechs Teilnehmer, die auch bei jedem Termin dabei waren (nur am letzten Tag waren zwei verhindert).

Wir hoffen, dass die Teilnehmer aus den vier Modulen einiges mitnehmen konnten und wir sind gespannt, zu welchen Touren wir eingeladen werden.

Noch einmal einen herzlichen Dank an die Stiftung Pfefferwerk für die finanzielle Unterstützung und an den Stadtteilverein Brunnenviertel e.V. für Raum und Beratung.

Seminar Stadtführer
Dunja Berndt beim ersten Modul am 4. März. Foto: Michael Becker
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Voll

Wir müssen die Anmeldeliste schließen. Wir haben wirklich viele Anmeldungen. Was uns natürlich glücklich macht. Aber der Seminarraum des Brunnenviertel e.V. in der Ramlerstraße 20 ist wirklich nur ein Seminrraum, leider kein Hörsaal.

Seminarraum
Seminarraum des Brunnenviertel e.V. in der Ramlerstraße 20.

Kursinhalt und Anmeldung

Die Fortbildung zum Stadtführer (Gästeführer) umfasst vier Termine. Die Inhalte bauen aufeinander auf.

1. Einführung, Grundkenntnisse zum Beruf Gästeführer
2. Präsentationmöglichkeiten, Stimmtrainig und Körperrhetorik
3. Ausarbeitung der Strecken
4. Theoretische Präsentation der Strecken, Abschluss
Die Fortbildung ist ein Einsteigerseminar. Dank einer Förderung durch die Stiftung Pfefferwerk ist der Kurs für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen kostenfrei.
Anmeldungen bis zum 27. Februar per E-Mail an andrei.schnell@googlemail.com
oder per telefonisch unter 0157 37 644 065.

Spannung steigt

Nach dem Jahreswechsel steigt nun doch die Spannung. Holger ist frohgemut: „Ich freue mich so auf den Workshop.“ Dunja denkt an die Plakate und erstellt schon mal einen Entwurf. Viel Zeit für Produktion und Verteilung der Plakate ist nicht mehr. Und Andrei sagt: „Bei der Vorbereitung derStunden trotz des vielen Inhalts, den man vermitteln will, immer daran denken: Was tut der Teilnehmer?“

Warum heißt es eigentlich Gästeführer?

In Österreich sagt man schlicht Fremdenführer. In Deutschland dagegen Gästeführer. In Berlin allerdings oft Tourguide. Nirgendwo sagt man allerdings Reiseleiter. Im allgemeinen Sprachgebrauch sagt man Stadtführer. Das passt auch in den meisten Fällen, unabhängig von der Stadtgröße, weil die Vorstellung der Stadt oder eines Kiezes unabhängig ist von dem Wohnort der teilnehmenden Mitbürger oder ob sie zu Gast sind.

Die Arbeitsagentur definiert den Beruf so: „Sie begleiten Reisegruppen während einer Reise oder betreuen sie an den Zielorten. Sie übernehmen organisatorische Aufgaben und dienen als direkte Ansprechpartner der Reisenden.“ Der Gästeführer dagegen wird beschrieben als: „Sie geleiten Reisegruppen zu Sehenswürdigkeiten, über die sie umfangreiche, sachkundige Informationen vermitteln.“ In dem einen Beruf geht es also mehr ums Organisieren, im anderen mehr ums Erzählen.

Gemeinsam ist beiden Berufen, dass Sie freie Berufe sind. Im Grunde kann also jeder Visitenkarten drucken lassen, auf denen der eine oder der andere Beruf genannt ist. Anmaßend wäre dies nicht. Jedenfalls nicht in Deutschland.

Erst seit 2008 gibt es eine Norm, die europaweit festschreibt, was unter einem Gästeführer zu verstehen ist. Die Norm heißt DIN EN 15565. Die Norm folgt dem Qualifizierungsmodell des Bundesverbands der Gästeführer Deutschland e.V. (BVGD). 600 Unterrichtsstunden werden verlangt. Wer die genutzt hat, um fleißig zu lernen und die abschließende Prüfung bestanden hat, der darf ein kleines Siegel auf seine Visitenkarte drucken. Auf dem Symbol steht groß das englische Wort Guide und etwas kleiner: BVGD-Zertifikat. Im 1989 gegründeten Verband Berliner Stadtführer Berlin Guide e.V. listet auf seiner Webseite fast 120 Gästeführer auf. Über die Hälfte von ihnen besitzen das Siegel.

In unserem Einsteigerseminar bieten wir keine 600-stündige Weiterbildung an. Unser Anliegen ist die kostenlose Möglichkeit, sich zu orientieren. Sie ist ideal geeignet für alle, die mal ausprobieren möchten, ob der Beruf Gästeführer (Stadtführer) für sich persönlich verlockend ist.

Wie wir auf die Idee kamen, zum Gästeführer fortzubilden

Wer in seinem Kiez oder in der ganzen Stadt unterwegs ist kennt folgende Situation:
Man steht an einer Ampel, wartet beispielsweise an einem Bahnhof auf jemanden
oder macht eine Zigarettenpause. Und schon kommt irgendwer auf einen zu (oder sogar eine
ganze Gruppe), mit fragendem Blick und man ahnt es bereits … Entweder kommt etwas wie “Kennen Sie sich hier aus?” oder “Können Sie mir sagen, was es damit auf sich hat?” oder ähnliche Fragen. Manch einer denkt “Meen Jott, seh ick aus wie ‘ne Infosäule?” Manch anderer antwortet gerne
und es entwickeln sich zuweilen interessante Gespräche.

Manch einem macht es Spaß, seinen Verwandten von seiner Stadt und vo seinem Kiez zu erzählen und
entdeckt dabei, dass es Freude machen kann, auch wildfremden Menschen bekanntes und unbekanntes
vorzustellen.

Dieses Interesse könnte sich zu einem Hobby, einer Honorararbeit oder sogar zu einem Beruf
entwickeln: Gästeführer!

Aber wie stellt man es an, sich zu organisieren und seine Idee umzusetzen?
Gästeführer ist kein herkömmlicher Ausbildungsberuf und kein Studium, aber es gibt wichtige
Kriterien, die man mitbringen sollte und es gibt vieles zu beachten.

Zahlreiche Träger bieten eine Art Ausbildung an und die IHK führt zertifizierte Lehrgänge
durch. Dieses ist jedoch kostspielig und wird nicht zwangsläufig gefördert.

Weil eine Grundorientierung wichtig ist und finanziell unabhängig sein sollte, kam uns die Idee,
unter dem Dach des Brunnenviertel e.V., ein Einsteigerseminar zu entwickeln.

Wer ist FührDich?

FührDich machen Dunja Berndt, Holger Eckert und Andrei Schnell.

Sie sind seit vielen Jahren mit dem Brunnenviertel verbunden. Dunja und Holger hegen und pflegen seit einer gefühlten Ewigkeit die Gleim-Oase. Ihre ehrenamtliche Arbeit geht weit über das Gießen und Harken hinaus. Sie haben die Geschichte der Gleim-Oase erforscht, eine Ausstellung erstellt, die im Rathaus und vielen anderen Orten gezeigt wurde. Und sie haben erfolgreich eigene Führungen erarbeitet und mit vielen Interessierten durchgeführt. Andrei Schnell lebt und arbeitet im Brunnenviertel.

Die Idee zu FührDich kam den dreien, nach vielen Gesprächen und Treffen im Brunnenviertel e.V.

Hier ist mehr lesen über den Verein Brunnenviertel e.V. in der Graunstraße Ecke Gleimstraße und über die Gleim-Oase.